Verbotene Liebe

Ja, ich weiß, ich fange jetzt schon an, zu nerven. Ich steigere mich viel zu sehr in diese Blog-Geschichte rein. Aber ich muss nun mal einen Ausgleich zum spröden Französischlernen schaffen. Also poste und poste ich, bis mir die Ideen ausgehen. Und da ich ja gerade erst angefangen habe, wird das wahrscheinlich noch ein wenig dauern.

Den Ausdruck „Verbotene Liebe“ assoziiere ich mit mehreren Dingen. Da wäre zum Beispiel diese drittklassige TV-Soap, deren Handlung meine Oma so gerne und so konsequent gespannt verfolgt. Zudem ist da natürlich ein Bild von irgendwelchen geheimen Affären, gepaart mit zerstrittenen Familien oder ethnischen Problemen bei der Partnerwahl. Romeo und Julia zum Beispiel zählen für mich auch zur Gruppe „Verbotene Liebe“. Und dann sind da natürlich noch die abstrakten Assoziationen, und mit denen werde ich mich nun genauer beschäftigen.

1. Die Schokolade

Oh meine süße, zarte Versuchung! Du zartschmelzender Traum aus Zucker, Haselnüssen, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Traubenzucker, Kakaomasse, Magermilchpulver und Emulgatoren! Ich würde sterben für jedes einzelne deiner Stücke! (Die Zutatenliste habe ich einer Lindt-Edel-Nougat-Verpackung entnommen) Schokolade ist für mich ein Lebenselixier. Unsere Ehe ist mehr als eine Zweckehe, auch wenn sie als diese angefangen hat. Geht es mir schlecht, konsumiere ich sie in Massen, da sie Glückshormone freisetzt (und, ganz nebenbei mal erwähnt, schon bei einem einzigen Stück mehr Lust entfacht als ein Kuss! Also: weniger küssen = mehr genießen… Nehmt mich nicht zu ernst, ja?) Meine größte Verbotene Liebe gilt also der Schokolade. Warum verboten? Ganz klar: Trotz all der positiven Effekte bringen 100g Der besagten Schokolade mehr als 500 kcal mit sich. Also: Übermäßiges praktizieren dieser Liebe sollte vermieden werden. Dennoch sind wir sehr glücklich zusammen.

2. Gutes, am besten italienisches Essen

Diese Liebe bedarf wahrscheinlich keiner langen Erklärung. Ich meine, wer kann schon handgemachten, italienischen Nudeln mit Soße alla mamma widerstehen? Wer kann überhaupt einem duftenden, nett angerichteten, qualitativ hochwertigen Gericht widerstehen? Leider ist meine Liebe zum guten Essen trotz unserer einstigen Verlobung eher eine Fernbeziehung, denn das Angebot der Mensa zählt für mich weder als gut noch als italienisch. Warum verboten? Sobald etwas gut schmeckt, nehme ich gerne nach. Und das, wenn es sehr gut schmeckt, auch gerne öfter. Bis nichts mehr geht. Dass man die Folgen schon am nächsten Tag deutlich erkennen kann, brauche ich jawohl nicht weiter zu erwähnen.

3.Musik

Natürlich. Wer liebt sie nicht? Ich habe da kein bestimmtes Genre, welches ich bevorzuge. Wenn ich eines hätte, so wäre es Rock. Alternative und Metal inbegriffen. Ich liebe es, mir stundenlang irgendwelche Lieder, die ich gerade für schön halte, anzuhören. Lieder, die in meine Stimmung passen, oder Lieder, die meine Stimmung verändern. Ja, das kann Musik bei mir sehr einfach. Das ist nicht immer gut. Dies ist einer der Gründe, warum ich die Liebe zur Musik als verboten einstufe. Die zwei anderen wichtigen Gründe sind: Aus der Liebe zu einem bestimmten Musikstil entwickelt sich sehr schnell eine Lebenseinstellung. Und die Lebenseinstellung, die sich aus meiner Musik entwickeln würde, ist dann doch ein paar Töne zu dunkel für mich. Außerdem ist Musik normalerweise entweder kostspielig oder illegal. Das ist beides nicht so toll. Dennoch ist die Musik eindeutig mein Lebenspartner. Wir pflegen eine sehr zeit- und gefühlsintensive Beziehung zu beidseitigem Nutzen. Ich bringe das Geld, die Musik bringt die Emotionen.

4. Warmes Wasser

Wer liebt das nicht? Sich ins warme Meer zu stürzen, ein warmes Bad zu nehmen, das warme Frei- oder Hallenbadwasser zu genießen oder einfach nur warm zu duschen? Mir fallen da nur ganz wenige Menschen ein. Ich zähle jedenfalls zu den Liebhabern des warmen Wassers. Die Liebe zum warmen Wasser ist lange nicht so stark ausgeprägt wie meine Liebe zum Essen, aber dennoch ist sie sehr intensiv. Vor allem Zeit- und Kostenintensiv. Denn halbstündige Duschprozeduren verbrauchen nun mal auch entsprechend viel Wasser. Wenn man so was dann täglich oder zumindest jeden zweiten Tag macht (nicht duschen, sondern lange duschen), dann kann sich so was auch schon mal in der Wasserrechnung niederschlagen… Ich würde das, was wir haben, eine Affäre nennen: Heiß und innig, aber sehr unverbindlich. Nur dann aktiv, wenn man grade mal wieder Lust hat, etwas mit dem anderen zu machen.

5. Fernsehen. Computer, Internet, ICQ&Friends

Diese Liebe ist mit Abstand die Zeit- und Kostenintensivste. Sie ist auch die ungesündeste. Denn sie hinterlässt deutliche Schäden an meinen Augen, meiner Haltung, Meinen Händen… nun ja, ich liebe es trotzdem, stundenlang zu chatten, zu surfen, zu spielen, Musik aus dem Internet/Fernsehen zu hören, sinnlose Serien anzuschauen, oder eben zu bloggen. Es ist mein Ausgleich zum Schulstress und mein Ausgleich zum Stress mit meinen Eltern (der rührt übrigens meistens davon her, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe. Wie paradox.) Ich würde sagen: Wir zusammen, wir lieben uns, aber es ist uns nicht ernst genug, um das ganze wirklich mit einem Ring zu besiegeln. Schade, es würde wahrscheinlich funktionieren, aber solange wir einigermaßen glücklich sind…

6. Das Klavier

Dieses wunderbare Instrument zieht mich jedes Mal, wenn ich Zuhause das Zimmer meiner Schwester betrete, in den Bann. Es steht dann da, mit seinem schwarzen Holz und seinen schwarzen und weißen Tasten, und zieht mich wie magisch an. Ich kann gar nicht anders, als mich hinzusetzen und drauf los zu spielen. Stücke, die ich schon lange spielen kann, Melodien, die mir nicht aus dem Kopf gehen wollen, neue, noch unerlernte Stücke, die ich dringend noch in meinen Fundus aufnehmen möchte. Das führt dann dazu, dass ich mich hinsetze und zu spielen anfange… Und nicht mehr aufhören will. Das ist das Problem mit dem Klavier: Ich kann Stunden damit verbringen, ein Lied rauf und runter zu üben, bis ich der Perfektion meiner Meinung nach einen Schritt näher gekommen bin. Darüber vergesse ich oftmals die wirklich wichtigen Dinge, die ich zu erledigen habe. Das Klavier ist eine nie vergessene Jugendliebe, die immer mal wieder auftaucht. So eine Liebe, von der man einst dachte, dass man später mit Sicherheit heiraten würde. Jetzt trifft man sich immer mal wieder, kommt auch immer mal wieder zusammen, empfindet auch unglaublich viel für den anderen, und kann dennoch nie zusammenbleiben. Sehnsucht. Darauf basiert diese Liebe.

7. Das Einkaufen

Warum dieser Geliebte erst so spät genannt wird? Ganz einfach: Ich habe normalerweise weder das Geld, noch die Zeit, um ausgiebige Shoppingtouren zu machen, daher hat sich diese Liebe bei mir nur mäßig entwickelt. Es ist eigentlich eher wie ein Flirt, der manchmal sehr ausschweifend wird, aus dem aber nie so richtig etwas wird. Schade eigentlich. Wir hätten bestimmt ein tolles Paar abgegeben.

Dies war nun also ein detaillierter Einblick in mein Liebesleben… Wer mich jetzt noch nicht merkwürdig findet, der ist es sicher selbst. Aber egal. Ich mag schließlich auch merkwürdige Menschen. Muss ich wohl, wenn man bedenkt, mit was für Leuten ich so im Zimmer war…

~ von Sarah am Juli 23, 2008.

3 Antworten to “Verbotene Liebe”

  1. hallihallu
    ich mag auch so schreiben können wie du.. das ist ja poetisch!! mist – ich missbrauche meinen blog dazu, über kindheitstraumata zu reden o.O
    finde deinen eintrag supi, aber einkaufen würde bei mir eines der ersten stellen besetzen, muharhar
    hab dich liiep und mach weiter so :*

  2. hey sarah!!
    jetz hab ich auch mal deinen blog entdeckt^^
    1. wir haben das gleiche design o.O
    2. deinen stil finde ich sehr gut. du schreibst echt toll, mach weiter so! und die posts sind schön lang, das liebe ich.
    einfach super!
    lg tanja

  3. Ich muss widersprechen: Du fängst nicht an, zu nerven. Ganz im Gegenteil ^.^
    Ansonsten kann ich den anderen nur beipflichten: Genialer Post, weiter so! :)

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